Abdingung

Will der Arzt einem Privatpatienten ausnahmsweise eine höhere Gebühr berechnen, als die Regelungen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vorsehen, kann er durch Vereinbarung mit dem Zahlungspflichtigen eine von der GOÄ abweichende Höhe der Vergütung festlegen (Abdingung). Diese Absprache muß vor der Behandlung schriftlich getroffen werden und darf keine anderen Erklärungen enthalten. Der Arzt hat dem Patienten einen Abdruck dieser Vereinbarung auszuhändigen. Zur Wirksamkeit dieser Vereinbarung müssen allgemeine Rechtsgrundsätze einschließlich des AGB-Gesetzes berücksichtigt werden. Dazu gehört auch eine angemessene Höhe der Vergütung.

Abschlusskosten

Auch Erwerbskosten genannt; Bestandteil der Betriebskosten eines Versicherungsunternehmens. Sie entstehen einmalig durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages (Abschlussprovisionen, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung, Kosten der Antragsbearbeitung und der Ausfertigung des Versicherungsscheins).

Abschlusskostenquote

Abschlusskosten der Lebensversicherung in Promille des eingelösten Neugeschäfts.

Aktuar

Nach dem neuen Versicherungsrecht müssen Lebensversicherer und Private Krankenversicherer (Vollversicherung) einen "verantwortlichen Aktuar" benennen, der auf die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge zu achten hat. Ausreichende Kenntnisse in der Versicherungsmathematik und Berufserfahrung werden vorausgesetzt.

Aktueller Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert ist ein Bestandteil der Rentenformel (> Rentenanpassungsformel). Mit dem aktuellen Rentenwert werden Rentenanwartschaften (> Anwartschaften) in Euro-Monatsrenten umgerechnet. Wer ein Jahr durchschnittlich verdient und auf dieser Basis Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet, erhält eine Altersrente in Höhe des aktuellen Rentenwerts. Der aktuelle Rentenwert wird jährlich mit Hilfe der so genannten Rentenanpassungsformel angepasst. Die Anpassungen orientieren sich an der Lohnentwicklung. Solange noch unterschiedliche Einkommensverhältnisse im Westen und Osten der Bundesrepublik Deutschland herrschen, gilt für die neuen Bundesländer ein eigener aktueller Rentenwert, der aktuelle Rentenwert (OST).

Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB)

Regeln für die vertraglichen Rechte und Pflichten des Versicherungsnehmers und Versicherers, gegebenenfalls ergänzt durch besondere Versicherungsbedingungen, legen Inhalt und Umfang des Versicherungsschutzes fest. Die AVB gehören zum Geschäftsplan des Versicherers und bedürfen nicht der Genehmigung der Aufsichtsbehörde (BaFin).

Allgemeines Geschäft

Nicht-versicherungstechnische Erträge und Aufwendungen, vor allem Abschreibungen auf Betriebseinrichtungen, Aufwendungen für Altersversorgung, Steuern sowie Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen (ohne technischen Zins).

Alterseinkünftegesetz

Mit diesem, am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Reformpaket hat der Gesetzgeber einen Meilenstein in der Alterssicherungspolitik gesetzt. Er hat ein weiteres Mal in die gesetzliche Rentenversicherung eingegriffen und vor allem die Besteuerung der Alterseinkommen neu geregelt. Gleichzeitig wurden die Rahmenbedingungen für die private und die betriebliche Altersvorsorge deutlich verbessert. Mit dem Alterseinkünftegesetz greifen nunmehr Steuerreform und Rentenreform ineinander. Das Ziel dieses Gesetzes ist die Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung und die steuerliche Gleichbehandlung aller Alterseinkünfte. Mit dem Leitmotiv „Altersvorsorge ist Rente“ fördert der Staat vor allem solche privaten Vorsorgeformen, die eine lebenslange Rente bieten. Diese Freiräume sollen dem Bürger helfen, Verantwortung für seine individuelle Lebensplanung und für ein sicheres Einkommen im Alter zu übernehmen.

Basisrente

Die Basisrente, deren Beiträge ebenso wie die zur gesetzlichen Rentenversicherung teilweise steuerfrei eingezahlt werden können, dient seit dem 1. Januar 2005 als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Mit diesem neuen Produkt will der Gesetzgeber die private Altersvorsorge verstärkt fördern und die neuen Lücken der gesetzlichen Rente ausgleichen. Die Basisrente ist eine private, freiwillige, staatlich geförderte Leibrentenversicherung. Der Vertrag kann nur bei einem Lebensversicherer oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung abgeschlossen werden und er muss eine monatliche lebenslange Leibrente ab Vollendung des 60. Lebensjahres oder später vorsehen. Die Basisrente muss im Falle der Arbeitslosigkeit nicht verwertet werden.

Baudarlehen

Sie werden zusammen mit einer > Kapitallebensversicherung vereinbart und durch eine Hypothek gesichert. Es sind Versicherungsbeiträge und Zinsen zu bezahlen. Zur Tilgung der Hypothek dient die Versicherungsleistung am Ende der Vertragsdauer. Stirbt der Versicherte vorzeitig, wird die Hypothek sofort getilgt, und die Familie ist schuldenfrei, sofern die Höhe der Versicherungssumme und der Hypothek übereinstimmen.

Beispielrechnung

(auch Modellrechnung oder Leistungsdarstellung) Wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ist die Höhe der Überschussbeteiligung. Vor Vertragsabschluß werden von den Versicherungsunternehmen i.d.R. sogenannte Beispielrechnungen erstellt. Diese zeigen, wie sich die Leistungen eines in der Vergangenheit abgeschlossenen Vertrages durch die Überschussbeteiligung des Unternehmens tatsächlich erhöht haben. Sie zeigen ferner die mögliche künftige Entwicklung der Überschussbeteiligung. Aus diesen Darstellungen wird ersichtlich, wie sich das Überschussbeteiligungssystem, das von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein kann, auf einen Lebensversicherungsvertrag auswirkt.

Beitrag

Versicherungsbeitrag, häufig auch "Prämie" genannt; Preis für den Versicherungsschutz. Während man unter dem "Brutto-Beitrag" die gesamte Beitragseinnahme versteht, umfaßt der "verdiente Beitrag" die auf das Geschäftsjahr entfallende Beitragseinnahme, das heißt die Prämieneinnahme unter Berücksichtigung der Veränderungen des technischen Rechnungsabgrenzungspostens Beitragsüberträge. Der "verdiente Netto-Beitrag" ist die auf das Geschäftsjahr entfallende Beitragseinnahme für eigene Rechnung (nach Abzug der Rückversicherung). Unter den "gebuchten Beiträgen" versteht man die von den Versicherungsnehmern selbst aufgebrachten Beiträge. Das sind die Beiträge ohne "Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)". In der Lebens- und in der Privaten Krankenversicherung sind Beiträge aus RfB Überschußanteile, die als Versicherungsbeitrag verwendet werden. Den Zahlen der Verbandsstatistik liegen, wenn nichts anderes vermerkt ist, die gebuchten Beiträge zugrunde.

Beitragsbemessungsgrenze, gesetzliche Rentenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze der > gesetzlichen Rentenversicherung ist die Grenze, bis zu der Arbeitsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert werden muss bzw. versicherbar ist. Für höheres Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen sind keine Beiträge zu zahlen. Überschreitet das Arbeitsentgelt die Beitragsbemessungsgrenze, so ändert dies nichts an der Versicherungspflicht des Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wegen der unterschiedlichen hohen Einkommen in Ost- und Westdeutschland existieren unterschiedlich hohe Beitragsbemessungsgrenzen in Ost und West. Die Beitragbemessungsgrenze wird jährlich an die Entwicklung der Arbeitsentgelte angepasst. In den letzten 20 Jahren betrug sie das 1,8- bis 1,9-fache des jeweiligen Durchschnittsentgelts.

Beitragseinnahmen

Zu unterscheiden ist zwischen Brutto- und Nettobeiträgen. Die Differenz zwischen beiden besteht in dem Beitrag, den der Erstversicherer für die Rückversicherung seiner Risiken entrichtet. In der Verbandsstatistik: Brutto-Beitragseinnahmen aus dem selbst abgeschlossenen (direkten) Versicherungsgeschäft, also ohne Abzug des in Rückdeckung gegebenen (passiven) Versicherungsgeschäfts. In den Jahresabschlüssen der Versicherungsunternehmen: Brutto-Beitragseinnahme aus dem selbst abgeschlossenen (direkten) Versicherungsgeschäft und dem in Rückdeckung übernommenen (indirekten) Geschäft, das heißt ohne Abzug des in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäfts.

Beitragskalkulation

Die Unternehmen der > Individualversicherung fassen bei der Berechnung der Beiträge jeweils gleiche Risiken zusammen. Die Bildung "homogener" Risikogruppen gilt für alle Versicherungszweige. Auf diese Weise wird Beitragsgerechtigkeit erzielt: Jeder Angehörige einer Risikogruppe zahlt einen der Schwere seines Risikos entsprechenden Versicherungsbeitrag. In der > Privaten Krankenversicherung äußert sich das statistische Risiko von Erkrankungen vor allem in den Merkmalen Alter und Geschlecht. In der > Kfz-Haftpflichtversicherung wird nach Fahrzeugarten unterschieden, ferner nach Kriterien wie Motorstärke, Schadenfreiheit, Region, Berufsgruppe (Beamte, Landwirte, Sonstige). Generell gilt: Je geringer das Risiko, desto geringer sind auch die Beiträge und umgekehrt. Hingegen ist die > Sozialversicherung in starkem Maße vom Solidaritätsprinzip geprägt: Die Beiträge der Arbeitnehmer richten sich nach der Einkommenshöhe. Wer wenig verdient, zahlt auch weniger. Dies wirkt sich zwar auf die Höhe von Rente und Arbeitslosengeld aus, doch eine Leistungsäquivalenz ist nur bedingt vorhanden. In der > gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen sogar für alle Mitglieder praktisch gleich.Die Unternehmen der > Individualversicherung fassen bei der Berechnung der Beiträge jeweils gleiche Risiken zusammen. Die Bildung "homogener" Risikogruppen gilt für alle Versicherungszweige. Auf diese Weise wird Beitragsgerechtigkeit erzielt: Jeder Angehörige einer Risikogruppe zahlt einen der Schwere seines Risikos entsprechenden Versicherungsbeitrag. In der > Privaten Krankenversicherung äußert sich das statistische Risiko von Erkrankungen vor allem in den Merkmalen Alter und Geschlecht. In der > Kfz-Haftpflichtversicherung wird nach Fahrzeugarten unterschieden, ferner nach Kriterien wie Motorstärke, Schadenfreiheit, Region, Berufsgruppe (Beamte, Landwirte, Sonstige). Generell gilt: Je geringer das Risiko, desto geringer sind auch die Beiträge und umgekehrt. Hingegen ist die > Sozialversicherung in starkem Maße vom Solidaritätsprinzip geprägt: Die Beiträge der Arbeitnehmer richten sich nach der Einkommenshöhe. Wer wenig verdient, zahlt auch weniger. Dies wirkt sich zwar auf die Höhe von Rente und Arbeitslosengeld aus, doch eine Leistungsäquivalenz ist nur bedingt vorhanden. In der > gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen sogar für alle Mitglieder praktisch gleich.

Beitragsüberträge

Der Teil der bereits vom Versicherer "vereinnahmten" Beiträge, der auf die Risikoperiode(n) nach dem Bilanzstichtag entfällt; in der Fachsprache "der am Bilanzstichtag noch nicht verdiente Beitrag".

D&O-Versicherung (Directors and Officers)

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für die Unternehmensleiter (Vorstand, Geschäftsführer, Aufsichtsrat) abschließt. Sie deckt gegen die Unternehmensleiter gerichtete Haftpflichtansprüche. Versicherungsfall ist die erstmalige Geltendmachung eines Haftpflichtanspruchs gegen eine versicherte Person während der Versicherungsdauer (Anspruchserhebungs- oder claims made-Prinzip).

Deckungskapital

siehe Deckungsrückstellung

Deckungsrückstellung

Der nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Kapitalwert der bestehenden Verpflichtungen zur Zahlung von > Versicherungsleistungen und Rückgewährbeträgen in der Lebens-, Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung. In der >Lebensversicherung die aus der Versicherungssumme abgeleitete bilanzielle zeitanteilige Leistungsverpflichtung der Unternehmen gegenüber den Kunden. Der bei der Berechnung dieser Verpflichtung zugrunde liegende Zins wird als >Rechnungszins bezeichnet. Strenge Vorschriften für die Berechnung der Deckungsrückstellung sowie der für ihre Einhaltung sog. Verantwortliche Aktuar und die Anlage des zum Deckungsstock gehörenden Vermögens stellen für den Versicherungsnehmer eine wichtige Garantie für die Erfüllbarkeit seiner vertraglichen Ansprüche dar.

Dienstleistungsfreiheit

Das Recht eines jeden EU-Versicherers, in einem anderen EU-Land Versicherungsgeschäfte zu betreiben, ohne dort niedergelassen zu sein; seit 1. Juli 1994 realisiert.

Ehegattensplitting

Das Ehegattensplitting ist ein besonderer, in § 32a Abs. 5 EStG geregelter Einkommensteuertarif. Er berücksichtigt bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten den Ehegattenunterhalt bei intakter Ehe und führt in den Fällen unterschiedlich hoher Einkommen der Ehegatten zu einem Entlastungseffekt bei der tariflichen Einkommensteuer. Dieser Entlastungseffekt wird umso größer, je weiter die Einkommen beider Ehegatten voneinander differieren. Sind die Einkommen beider Ehegatten gleich hoch, so ist die Gesamtbelastung bei der Anwendung des Ehegattensplittings genau so hoch wie bei der getrennten Veranlagung der Ehegatten.

Eigenbehalt

Auch Selbstbehalt; 1) Anteil des > Versicherungsnehmers am Schaden in DM oder Prozent. 2) Teil des > Risikos, den der Erstversicherer nicht rückversichert, sondern selbst behält.

Einlösungsbeitrag

So wird der erste Beitrag genannt, der zu Beginn des ersten Zahlungsabschnittes fällig ist. Er ist von ausschlaggebender Bedeutung. Erst wenn er in Händen des Versicherungsunternehmens ist, besteht Versicherungsschutz. Auch alle Folgebeiträge sind zu Beginn des jeweiligen Zahlungsabschnitts zu zahlen. Das kann monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich sein. (vgl. vorläufiger Versicherungsschutz und Widerrufsrecht).

Einmalbeitragsversicherung

Das ist eine > Lebensversicherung, deren Beiträge bei Vertragsabschluss in einer Summe bezahlt werden. So wird z.B. bei Eintritt in den Ruhestand häufig eine > Rentenversicherung (sofort beginnende > Leibrente) abgeschlossen, indem einmalig ein Beitrag bezahlt wird. Dazu kann man auch die Leistung aus einer Kapitalversicherung heranziehen, d.h., nach Vertragsablauf kann man die Kapitalversicherung in eine sofort beginnende Rentenversicherung umwandeln.

Fahrradversicherung

Abgedeckt sind der Verlust oder die Beschädigung des versicherten Fahrrades durch Diebstahl und weitere Gefahren, z.B. Raub, Unterschlagung, Verwechslung, Brand, Blitzschlag, Explosion oder Unfälle aller Art. Der Versicherung kann auf Basis des Zeitwertes oder des Neuwertes genommen werden, die Entschädigung wird als Naturalersatz oder in Geld geleistet. Die Fahrradversicherung wird häufig gemeinsam mit einer Haftpflichtversicherung und einer Unfallversicherung für Fahrradfahrer angeboten.

Fahrzeugteilversicherung

Auch Teilkasko genannt. Sie deckt insbesondere Schäden durch Brand, Explosion, Diebstahl, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung und Zusammenstoß mit Haarwild. Meist wird ein Selbstbehalt vereinbart.

Fahrzeugvollversicherung

Auch Vollkasko genannt. Sie bezahlt über den Leistungsumfang der Fahrzeugteilversicherung hinaus Schäden durch Vandalismus und durch selbstverschuldete Unfälle. Für unfallfreies Fahren werden Schadenfreiheitsrabatte eingeräumt. Die Prämie kann durch Selbstbehalte in verschiedener Höhe gesenkt werden.

Feuerrohbauversicherung

Ein Bauherr muss seinen Rohbau gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion extra versichern. Viele Banken geben ohne diese Versicherung keinen Kredit. Das > Risiko, dass der Rohbau abbrennt, ist mit einer > Feuerversicherung versicherbar. Eine > Wohngebäudeversicherung schließt in der Regel eine Feuerversicherung für den Rohbau ein. Deshalb empfiehlt es sich diese bereits bei Baubeginn abzuschließen.

Gebuchte Beiträge

Die von den Versicherungsnehmern selbst aufgebrachten Versicherungsbeiträge; in der Verbandsstatistik Beiträge im Kalenderjahr ohne Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Lebens und private Krankenversicherung), aber einschl. Nebenleistungen.

Gefährdungshaftung

Viele Unfälle sind nicht auf ein Verschulden zurückzuführen. Verletzte und Geschädigte haben dennoch Anspruch auf Entschädigung, wenn eine Gefährdungshaftung des Unfallverursachers in Frage kommt. Die Gefährdungshaftung lässt den Halter einer Gefahrenquelle für Schäden einstehen, in denen sich deren Risikopotential verwirklicht hat. Bei Autounfällen ist dies beispielsweise die Betriebsgefahr des Fahrzeugs. Der Halter kann sich von der Gefährdungshaftung befreien, wenn der Unfall auf ein > unabwendbares Ereignis zurückzuführen ist. Dieser Einwand ist jedoch nur bei Unfällen zwischen motorisierten Verkehrsteilnehmern zulässig. Gegenüber Fußgängern, Radfahrern und anderen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern kann nach neuem Schadensrecht nur noch höhere Gewalt eingewendet werden.

Gefahrengemeinschaft

Kennzeichnet den Grundgedanken jeder Versicherung: die Bedrohung einer Mehrheit von Personen durch ein und dieselbe Gefahr, deren Verwirklichungsrisiko vom Versicherer gegen Zahlung von Versicherungsbeiträgen übernommen wird.

Geldanlage

Die Anlagepolitik der Lebensversicherungsunternehmen unterliegt den Vorschriften des Versicherungs-Aufsichtsgesetzes. Bei der > Kapitalanlage werden möglichst große Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und angemessene Mischung und Streuung verlangt. Die bevorzugten Anlageformen sind: Schuldscheindarlehen an Bund, Länder, Gemeinden und Industrieunternehmen, festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Hypothekendarlehen sowie Grundbesitz. Dass die Vermögenswerte ordnungsgemäß angelegt sind, darüber wacht ein > Treuhänder.

Haftungshöchstgrenze

Wer einen Unfall verschuldet, haftet unbegrenzt. In der > Gefährdungshaftung, wenn also kein Verschulden vorliegt, gelten bestimmte Haftungshöchstgrenzen. Zum 1. August 2002 hat der Gesetzgeber diese Haftungshöchstgrenzen für die Gefährdungshaftung erhöht und auf Euro umgestellt. Für die Straßenverkehrshaftung gelten nun folgende Höchstgrenzen: Personenschaden eines Verletzten, Neues Recht: Kapitalhöchstbetrag: 600 000 €, Maximale Jahresrente: 36 000 € Personenschaden eines Verletzten, Bisheriges Recht: Kapitalhöchstbetrag: 500 000 DM, Maximale Jahresrente: 30 000 DM Personenschaden aller Verletzten, Neues Recht: Kapitalhöchstbetrag: 3 Mio. €, Maximale Jahresrente: 180 000 € Personenschaden aller Verletzten, Bisheriges Recht: Kapitalhöchstbetrag: 750 000 DM, Maximale Jahresrente: 45 000 DM Sachschäden, Neues Recht: 300 000 € Sachschäden, Bisheriges Recht: 100 000 DM In noch größerem Umfang wurden die Haftungshöchstgrenzen für Gefahrenguttransporte erhöht. Für den Transport von gefährlichen Gütern auf der Straße gelten jetzt folgende Limits: Personenschäden, Neues Recht: 6 Mio. € Personenschäden, Bisheriges Recht: 750 000 DM Sachschäden, Neues Recht: 6 Mio. € Sachschäden, Bisheriges Recht: 100 000 DM

Hagelschäden

In der > Fahrzeugteilversicherung (Teilkasko) mitversichert. In der Verbundenen Wohngebäude- und in der Sturmversicherung lassen sie sich meist gegen einen geringen Beitragsaufschlag einschließen. Nach den Wohngebäudeversicherungsbedingungen (VGB '88 und '92) sind sie generell mitversichert. Auch die > Hausratversicherung kommt für Schäden durch Hagel auf (VHB '84/VHB '92). Bei der "klassischen" Hagelversicherung handelt es sich um eine spezielle Form der landwirtschaftlichen Versicherung. Hier haftet der Versicherer für den Ertragsausfallschaden, der an den versicherten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Erzeugnissen durch die Einwirkung des Hagelschlags entsteht.

Handyversicherung

Je nach Versicherungsvertrag werden in der Regel weltweit Schäden an neuen Handys durch Sturz, Diebstahl und Wasser ersetzt. Aber auch Schäden durch Brand, Überspannung, Sturm und Hagel können mitversichert werden.

Hauptfälligkeit

Ist der Termin, an dem die Jahresprämie fällig wird. Zu diesem Termin kann der Versicherungsvertrag gekündigt werden.

Indirektes Geschäft

Von Erst- oder Rückversicherern in Rückdeckung genommenes Geschäft.

Individualversicherung

Auch Vertrags- oder Privatversicherung genannt; Zweig der Vorsorge, der alle Versicherungseinrichtungen umfaßt, die nicht der > Sozialversicherung zuzuordnen sind. Begriff stellt auf die individuelle Vertragsgestaltung des Versicherungsschutzes ab. Im Gegensatz zur Sozialversicherung ist die Individualversicherung grundsätzlich marktwirtschaftlich organisiert: Die wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zwischen Versicherern und Kunden beruhen auf autonomen Entscheidungen. Einschränkungen der Autonomie ergeben sich aus der materiellen Staatsaufsicht über Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsvertragsgesetz.

Industrieversicherung

Kein einheitlicher Versicherungszweig, umfasst vielmehr die verschiedenen Deckungen industrieller Risiken (Feuer-, Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung, Haftpflicht-, Transportversicherung sowie Technische Versicherungen).

Invaliditätsgrad

Der Anspruch auf > Versicherungsleistungen richtet sich in der Unfall- und in der > Berufsunfähigkeitsversicherung nach dem Grad der Invalidität. Die Unfallversicherung zahlt bei unfallbedingtem dauerndem Verlust der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) die volle, bei Teilinvalidität zahlt sie den dem Grade der Invalidität entsprechenden Teil der Invaliditätsversicherungssumme (siehe auch "Gliedertaxe"). In der Berufsunfähigkeitsversicherung orientiert sich der Invaliditätsgrad an der Einschränkung der beruflichen Fähigkeiten infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls. Geleistet wird meist bei einer > Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent.

ISOFIX

Ein genormtes System zur Befestigung von Kindersitzen im Auto, durch das der Sitz fest mit dem Fahrzeug verbunden wird. Die einfache Handhabung minimiert das Risiko eines falschen Einbaus.

Jagd- und Sportwaffen-Versicherung

Versichert werden Jagd- und Sportgewehre nebst dem bei normalem Gebrauch mitgeführten Zubehör (z.B. Zielfernrohr oder Rucksack) sowie die zum Jagd- und Sportgebrauch notwendige Munition sowie spezielle Kleidung. Die Entschädigung erfolgt zum Zeitwert, wobei je nach dem Alter der Waffen feste Abzüge "neu für alt" vereinbart werden.

Jahreseinheiten

In der Kraftfahrt-Statistik sind die Jahreseinheiten die Fahrzeuge, die ein Jahr lang versichert sind. Ist das Fahrzeug beispielsweise nur drei Monate versichert, geht es als 0,25 Jahreseinheiten in die Statistik ein.

Juwelen- Schmuck- und Pelzsachenversiche

(> private Valoren-Versicherung) Sonderzweig der > Transportversicherung, die Versicherungsschutz für Edelsteine, Juwelen, Perlen, Silber-, Gold- und Platin sowie sonstige Schmucksachen und Pelzen im Privatbesitz gewährt. Versicherungsschutz gilt sowohl stationär (Wohnung) als auch auf Reisen. (Vgl. gewerbliche Valoren-Versicherung)

Kapitalanlagen

Die Versicherer, insbesondere die Lebensversicherungsunternehmen, haben das zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen angesammelte Vermögen nach den Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes sicher, rentabel und liquide anzulegen. Sie sind dabei zu einer angemessenen Mischung und Streuung der Anlagen verpflichtet. Die Anlage ist möglich in Darlehen (Schuldscheine, Hypotheken), Wertpapieren (Aktien, festverzinsliche Papiere, Investmentanteile), aber auch in Grundbesitz u. a. Die > Lebensversicherer erwirtschaften mit ihren Kapitalanlagen Erträge, die in die > Überschußbeteiligung der > Versicherungsnehmer eingehen. Die Lebensversicherten sind am Überschuß der Unternehmen zu rund 98 Prozent beteiligt.

Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Deutschen Versicherungswirtschaft

1984 in Berlin gegründet, bietet die KDV wachstumsträchtigen mittelständischen Unternehmen aller Wirtschaftszweige mit ausgewiesener Bonität und Solidität Eigenkapital zur Finanzierung von Investitionen, ausgenommen Sanierungen und Venture-Capital-Beteiligungen. Aktionäre sind 105 Mitgliedsunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Kapitalausstattung: z. Z. 110 Millionen DM; Adressen: Bismarckstraße 105, 10625 Berlin, Telefon: 0 30/3100 90; Steinstraße 1, 40212 Düsseldorf, Telefon: 0211/866240, Fax: 0211/86 62 444.

Kapitaldeckungsverfahren

Finanzierungsform der Assekuranz. Jeder Versicherungsnehmer spart die später fälligen Leistungen selbst an. Anders als beim Umlageverfahren der Sozialversicherung sorgt der Versicherte über Kapitalbildung für sich selbst. Dies macht die Individualversicherung gegenüber demographischen Einflüssen unempfindlich, vor allem in der gemischten Kapitallebensversicherung, der privaten Rentenversicherung, der privaten Pflegeversicherung, der privaten Krankenversicherung und in der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr.

Kapitalerträge

Setzen sich zusammen aus den Kapitalerträgen eines Geschäftsjahres, dem Vortrag aus einem Überschuß des Vorjahres, den Kapital- und Währungsgewinnen. Abgezogen werden bezahlte Zinsen, Kapital- und Währungsverluste sowie Abschreibungen.

Landkaskoversicherung

Kaskoversicherung von Landfahrzeugen (z. B. Eisenbahnen, Straßenbahnen oder sonstigen Spezialfahrzeugen), die nicht im Rahmen der Kraftfahrzeug-Kaskoversicherung versicherbar sind.

Laufende Prämie

Versicherungsbeitrag, den der Versicherer in einem Geschäftsjahr einnimmt.

Lebensversicherung

neu

Lebensversicherungsabschluss

Zum Abschluss einer Versicherung wird ein Antrag unterschrieben, der in der Regel mit Unterstützung des Versicherungsvertreters ausgefüllt wurde. Dabei sind vor allem alle Gesundheitsfragen vom Versicherungsnehmer sorgfältig zu beantworten. Anzugeben sind außerdem Name, Wohnort, Geburtsdatum, Geburtsort und Beruf des Antragstellers sowie der zu versichernden Person (Versicherter), der gewünschte Tarif, die Höhe der Versicherungssumme sowie das Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn.

Mahnverfahren

Gesetzlich und vertraglich geregeltes Verfahren, nach dessen Durchführung der > Versicherungsnehmer im Fall des Zahlungsverzugs den vertraglich vereinbarten Versicherungsschutz einbüßt.

Mallorca-Police

Zusatz-Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge im Ausland.

Massenunfälle

Für die Regulierung eines Massenunfalls sehen die Autoversicherer ein vereinfachtes Verfahren im Interesse der Beteiligten vor. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Unfallablauf nicht rekonstruierbar ist. Der Beteiligte muss nicht nachweisen, wer seinen Fahrzeugschaden verursacht hat. Für die Beteiligten hat dies den Vorteil, dass die Schadenabwicklung deutlich beschleunigt wird. Um eine einheitliche Schadenregulierung nach Sach- und Rechtslage sicherzustellen, wird der Fahrzeugschaden wie folgt quotiert: nur Frontschaden: 25%; nur Heckschaden: 100%; Schaden an Front und Heck: 2/3. Der Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Haftpflichtversicherung wird nicht belastet. Ab 50 Beteiligten wird stets eine gemeinsame Regulierungsaktion durchgeführt. Bei 20 bis 49 beteiligten Fahrzeugen erfolgt nur im Ausnahmefall eine gemeinsame Regulierungsaktion. Die Entscheidung darüber trifft die regional zuständige Lenkungskommission.

Nachgelagerte Besteuerung

Bei der nachgelagerten Besteuerung bleiben Beiträge im Zeitpunkt der Zahlung steuerfrei und werden erst bei späteren Auszahlungen besteuert. So werden die Rentenzahlungen aus Altersvorsorgeverträgen gemäß § 22 Nr. 5 EStG in voller Höhe der Einkommensteuer unterworfen, wenn die zuvor in private oder betriebliche Altersvorsorgeverträge eingezahlten Beiträge von der Einkommensteuer freigestellt wurden (z. B. im Rahmen des > Sonderausgabenabzugs nach § 10 a EStG).

Neuwert

Betrag, der für die Neuanschaffung einer Sache oder den Wiederaufbau eines Gebäudes nötig ist. Typische Neuwertversicherungen sind die > Hausrat- und die > Wohngebäudeversicherung.

Niederlassungsfreiheit

Recht eines EU-Versicherers, in jedem anderen EU-Land eine Niederlassung zu den für Inländer gültigen Bedingungen zu errichten.

NOTFON D

Der Notruf der Autoversicherer ist von allen Autobahnnotrufsäulen, von allen Notruftelefonen der Björn-Steiger-Stiftung an Bundes- und Landstrassen, sowie über das Handy unter 0800-6683663 (0800-NOTFOND) rund um die Uhr gebührenfrei zu erreichen. NOTFON D ist das einzige Angebot in Deutschland, über das alle Handy-Notrufe geortet werden können. Wer den Blechschaden ohne Polizei regulieren möchte, kann dies von der Unfallstelle aus über NOTFON D tun. (www.notfon-d.de)

Nutzungsausfall

Wer nach einem unverschuldeten Unfall auf einen Mietwagen verzichtet, hat Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung.

Obliegenheitsverletzung

Obliegenheiten sind Pflichten des > Versicherungsnehmers. Es wird unterschieden zwischen Obliegenheiten vor dem > Versicherungsfall (Anzeigepflicht, Gefahrerhöhung) und im Versicherungsfall (Vorsatz, Schadenminderungspflicht). Werden Obliegenheiten verletzt, kann das zu Regressen oder zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen.

Oldtimerversicherung

Für historische Fahrzeuge gibt es spezielle Versicherungen. Vor allem für sehr alte und hochwertige Fahrzeuge ist eine Oldtimer-Kaskoversicherung (mit Wertgutachten) sinnvoll.

Ombudsmann für Versicherungen

Der Versicherungsombudsmann ist eine private, unabhängige und kostenlose Schlichtungsstelle für Beschwerden von Verbrauchern gegen ihre Versicherungsunternehmen. Bei einem Konflikt mit seinem Versicherungsunternehmen kann sich jeder > Versicherungsnehmer an den Ombudsmann wenden. Bis zu einem Beschwerdewert von 5000 Euro kann der Ombudsmann mit bindender Wirkung für die Versicherungsunternehmen entscheiden. Bis zu einem Beschwerdewert von 50000 Euro kann er eine für beide Seiten unverbindliche Empfehlung zur Streitschlichtung abgeben. Voraussetzung ist jedoch, dass nicht eine von beiden Parteien bereits gerichtliche Schritte eingeleitet hat. Diese Aufgabe des Ombudsmanns wird derzeit von Professor Dr. Günter Hirsch wahrgenommen, der bis zu seiner Pensionierung im Januar 2008 Präsident des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe war. Neben Prof. Hirsch fungiert als Streitschlichter für den Verband der privaten Krankenversicherungsunternehmen der ehemalige Präsident des früheren Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen Dr. Helmut Müller. Die Inanspruchnahme des PKV-Ombudsmannes ist nicht an eine Streitwertgrenze gebunden.

Optionsrentenversicherung

Sie ist eine Kapitallebensversicherung, bei der die Möglichkeit vereinbart wurde, im Erlebensfall den Auszahlungsbetrag verrenten zu lassen.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist eine in Deutschland vergleichsweise neue Form der betrieblichen Altersversorgung. Arbeitnehmer können maximal vier Prozent ihres Bruttoeinkommens (2006: höchstens 2.520 Euro) in einen solchen Fonds einzahlen. Der Fonds ist in der Auswahl seiner Geldanlagen freier als andere Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung. Er kann bis zu einem fest definierten Prozentsatz in Investmentfonds investieren. Dadurch bieten sich dem Arbeitnehmer höhere Renditechancen, er muss aber auch höhere Risiken in Kauf nehmen.

Pensionskasse

Die Pensionskasse ist ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung und eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen getragen werden. Arbeitnehmer sind Mitglieder dieser Einrichtungen und können bis zu 2.520 Euro (2006) im Jahr steuerfrei in die Kasse einzahlen. Pensionskassen unterliegen wie Pensionsfonds der staatlichen Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Pensionssicherungsverein (PSVaG)

Der PSVaG ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VvaG) der vom Verband der Lebensversicherungsunternehmen (jetzt Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zum Zweck der Insolvenzsicherung nach dem Gesetz zur Verbesserung der Betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) am 1. Januar 1975 gegründet wurde. Aufgabe des PSVaG ist es, Mitarbeitern und Rentnern von Unternehmen, über deren Vermögen oder Nachlass das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, die gesetzlich unverfallbaren > Anwartschaften und die laufenden Renten zu sichern.

Pensionszusage

siehe Betriebliche Altersversorgung

Rechnungszins

Für die Bilanz der Versicherungsunternehmen werden jährlich die anteiligen Leistungsverpflichtungen ermittelt. Bei dieser Berechnung wird ein kalkulatorischer Zins, der > Rechnungszins angesetzt, der bei Vertragsabschluss entsprechend der Deckungsrückstellungsverordnung festgelegt wird und über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert wird. Er beträgt für alle Verträge ab 01.01.2007 2,25%. Aber: In der Lebensversicherung wird nicht „angespart“ und „verzinst“, sondern es werden anteilige, aus der Versicherungssumme abgeleitete bilanzielle zeitanteilige Leistungsverpflichtungen errechnet. Der Rechnungszins ist der Zinssatz, der im Durchschnitt über die gesamte Vertragslaufzeit erforderlich ist, um die garantierte Leistung zu finanzieren.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung hat die Aufgabe für die Wahrnehmung der Interessen der > Versicherungsnehmer bei Rechtsstreitigkeiten zu sorgen und die dabei die anfallenden Kosten bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme zu tragen - sei dies im privaten oder gewerblichen Bereich. Zu den versicherten Kosten gehören insbesondere die Rechtsanwaltsgebühren des eigenen Anwalts und die des gegnerischen Rechtsanwalts. Hinzu kommen sofern erforderlich Gerichtskosten sowie weitere Kosten, so etwa Entschädigung für Zeugen und Sachverständigen. Nach den unverbindlichen Musterbedingungen des GDV (ARB 2000) besteht weltweit Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten von bis zu sechs Wochen aus nicht beruflichen Gründen. Bei verschiedenen Rechtsstreitigkeiten erfolgt kein Kostenersatz, so beispielsweise bei bestimmten Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Immobilien. Für einige Leistungsarten der Rechtsschutzversicherung bestehen Wartezeiten, d.h. der Versicherungsschutz besteht erst drei Monate nach Vertragsbeginn. Durch die Wartezeit soll der Möglichkeit vorgebeugt werde, dass ein Versicherungsvertrag erst kurz vor einer sich schon konkret abzeichnenden rechtlichen Auseinandersetzung abgeschlossen wird. Es gibt verschiedene Vertragsarten (z.B. Verkehrs-Rechtsschutz, Familien-Rechtsschutz, Firmen-Rechtsschutz, Vereins-Rechtsschutz). Was eine Rechtsschutzversicherung genau abdeckt ist in den jeweiligen Versicherungsbedingungen geregelt.

Regionalklasse

Weil der Schadenverlauf in den verschiedenen Zulassungsbezirken unterschiedlich ist, werden diese Regionalklassen zugeordnet. Je höher die Regionalklasse, desto mehr oder teurere Unfälle verursachen die Fahrer dieses Zulassungsbezirkes.

Regress

In der > Kfz-Haftpflichtversicherung können bei schwerwiegenden > Obliegenheitsverletzungen Regresse bis 5000 Euro anfallen (z.B. wenn Alkohol Ursache des Unfalls war)

Schadenbedarf

Begriff aus der Beitragskalkulation: durchschnittlicher Schadenaufwand je > Risiko in einem Jahr. Ferner: Zahl der Schäden mal > Schadendurchschnitt für eine Versicherungssparte in einem Jahr.

Schadendurchschnitt

Durchschnittlicher Schadenaufwand (gezahlt und zurückgestellt) je Schadenfall.

Schadenfreiheitsrabatt

Im Voraus wirksame Beitragsermäßigung (Kraftfahrtversicherung); bemisst sich nach der Dauer der Schadenfreiheit. So erreichen Pkw-Fahrer in der > Kraftfahrzeug-Haftpflicht- wie auch in der Vollkaskoversicherung den höchsten Rabatt nach 18 schadenfreien Kalenderjahren. Man zahlt dann nur noch 30 Prozent des Grundbeitrags.

Schadenhäufigkeit

Gibt in Promille an, wie viele Schäden innerhalb eines Jahres auf tausend versicherte > Risiken entfallen.

Tarif

Der Tarif ist der Fachausdruck für die verschiedenen Angebote der Lebensversicherungsunternehmen. Der Tarif ist Bestandteil des Versicherungsprodukts. Er ist der Algorithmus, nach dem für die versicherbaren Interessen einer Gefahrenklasse Beiträge für Versicherungsschutz berechnet werden. Die Hauptelemente eines Tarifs sind: * das versicherbare Interesse; * die zu tragende Gefahr; * die zu regulierenden Schäden; * die versprochenen Leistungen; * die zu tragenden Kosten; * die entsprechenden Beiträge; * die nötigen Reserven; * der notwendige Rückversicherungsschutz

Teileliste

Anhang zur > Kaskoversicherung. In der Teileliste führt der Versicherer auf, welche Teile am oder im Auto mitversichert sind, welche nicht versichert sind, und wo es Entschädigungshöchstgrenzen gibt.

Teilkaskoversicherung

siehe Fahrzeugteilversicherung

Termfixversicherung

Lebensversicherung mit festem Auszahlungszeitpunkt (> Ausbildungsversicherung). Die > Versicherungsleistung wird zu einem festen Termin fällig, der Bei Vertragsabschluss festgelegt wird.

Überschussanteile

Die vom Lebensversicherer zugeteilten Überschussanteile werden in der Regel zur laufenden Erhöhung der Versicherungsleistung verwendet.

Überschussbeteiligung

Überschüsse bei Lebensversicherungsunternehmen entstehen durch eine rentable Anlage der Beiträge, eine rationelle Verwaltung und dadurch, dass weniger Leistungsfälle eintreten, als bei der vorsichtigen Beitragskalkulation angenommen wird. Nahezu der gesamte Überschuss wird als Überschussbeteiligung an die Versicherungsnehmer weitergegeben. Die wichtigsten Überschussbeteiligungssysteme sind das Bonussystem und die verzinsliche Ansammlung. Beim Bonussystem werden die jährlichen Überschussanteile als Einmalbeiträge für eine zusätzliche beitragsfreie Versicherung (Bonus) verwendet. Dadurch erhöht sich Jahr für Jahr die Versicherungsleistung im Todes und Erlebensfall. Insbesondere der Todesfallschutz erhöht sich bereits frühzeitig. Bei der verzinslichen Ansammlung werden die jährlichen Überschussanteile dagegen beim Versicherungsunternehmen angespart und verzinst. Dieser angesparte Betrag zuzüglich der Zinsen und Zinseszinsen wird dann zusammen mit der Versicherungssumme ausbezahlt. Dies führt in der Regel zu einer höheren Erlebensfall-Leistung als beim Bonussystem. Darüber hinaus werden i.d.R. Teile des Überschusses als Schlussüberschussbeteiligung gewährt.

Überschwemmungsschäden

sind in der Teilkasko mitversichert.

Umlageverfahren

Das Finanzierungsverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren. Dabei werden die Rentenausgaben eines Jahres aus den Beitragseinnahmen und steuerfinanzierten Bundeszuschüssen desselben Jahres finanziert. Eine Kapitalbildung findet – anders als beim > Kapitaldeckungsverfahren – nicht statt; die Einnahmen des laufenden Jahres entsprechen bis auf eine sehr geringe Schwankungsreserve den Ausgaben des- selben Jahres. Für die Funktionsfähigkeit des Umlageverfahrens ist daher das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern des jeweiligen Jahres besonders wichtig.

Valoren-Versicherung (gewerblich)

Sonderzweig der Transportversicherung, die Versicherungsschutz für Bank- bzw. geldwerte Papiere (wie z.B. Aktien, Wechsel), Bargeld, Bar- und Reiseschecks , Gold, Silber und Platin (gemünzt oder in Barren) sowie für Bijouterien (Schmuck und dgl.) gewährt. (Vgl. private Valorenversicherung).

Valoren-Versicherung (privat)

s. Juwelen- Schmuck- und Pelzsachenversicherung

Valorenversicherung

Sonderzweig der Transportversicherung; versichert werden: 1. Gewerbliche Valoren, wie Bank- bzw. geldwerte Papiere (z. B. Aktien, Wechsel), Bargeld, Bar- und Reiseschecks, Gold, Silber und Platin (gemünzt oder in Barren) sowie Bijouterien (Schmuck, Uhren usw.). 2. Private Valoren (z. B. Juwelen-, Schmuck- und Pelzsachen).

Vanity-Nummer

Wahl nach Buchstaben: z.B. 0800-NOTFON D entspricht der 0800-6683663, wenn man die Buchstaben des Wortes NOTFON D den Tasten auf dem Telefon zuordnet auf dem die Buchstaben abgebildet sind.

Warentransportversicherung

siehe Warenversicherung

Warenversicherung

Eine Form der Transportversicherung; versichert werden Güter gegen die typischen Gefahren des Transportes oder nur gegen bestimmte Gefahren. Bedingungsgrundlagen können DTV-Güter 2000/2004, ADS, ICC sowie die dazugehörigen Klauseln sein.

Wassersportkaskoversicherung

Sparte der Transportversicherung bzw. Kaskoversicherung. Sie bietet Versicherungsschutz für die Wassersportfahrzeuge selbst.

Widerrufsrecht

Ein Versicherungsvertrag kann innerhalb von 14 Tagen nach Unterzeichnung des Versicherungsantrags widerrufen werden, falls die Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt und nicht sofortiger Versicherungsschutz gewünscht ist. Für die Lebensversicherung gilt ein 30tägiges "Rücktrittsrecht" nach Erhalt des Versicherungsscheins. Das Widerrufsrecht gilt auch, wenn es sich bei der Police um einen Fernabsatzvertrag handelt (generelle Frist 14 Tage, in der Lebensversicherung 30 Tage).

Widerspruchsrecht

Sind bei Antragstellung nicht alle Informationen ausgehändigt worden, kann nach Erhalt des Versicherungsscheins, der Versicherungsbedingungen und aller übrigen Verbraucherinformationen innerhalb von 14 Tagen, bei der Lebensversicherung sogar innerhalb von 30 Tagen dem Vertrag widersprochen, also vom Widerspruchsrecht (siehe Police) Gebrauch gemacht werden.

Wiederbeschaffungswert

Betrag, den der VN/Geschädigte bei Beschädigung einer Sache aufwenden muss, um einen wirtschaftlich gleichwertigen Gegenstand zu erwerben.

Wildunfälle

Sind in der Teilkasko mitversichert. Dabei muss es sich allerdings in der Regel um Haarwild nach dem Bundesjagdgesetz handeln. Einige Versicherer bezahlen auch die Schäden mit anderen Tieren.

Wohngebäudeversicherung

Kombinierte Versicherung von Gebäuden, die in der Regel folgende Gefahren umfasst: Brand, Blitzschlag, Explosion und Absturz von Luftfahrzeugen, Leitungswasser, Rohrbruch und Frost, Sturm und Hagel. Die Erweiterung um eine Elementarschadenversicherung ist möglich. Versichert ist das Gebäude mit seinen Bestandteilen. Gebäudezubehör ist versichert, wenn es der Instandhaltung des versicherten Gebäudes oder seiner Nutzung zu Wohnzwecken dienst. Besonderer Zubehör und sonstige Grundstücksbestandteile (z.B. Hundehütte, Fahnenmast) sind nur bei besonderer Vereinbarung versichert. Versichert sind neben der Zerstörung oder Beschädigung des versicherten Gebäudes z.B. auch Aufräumungs- und Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten, Rettungskosten und Mietverlust.

Zahlungsschwierigkeiten

Eine Kündigung der Lebensversicherung bei Zahlungsschwierigkeiten ist die schlechteste Lösung. Man verliert nicht nur den Versicherungsschutz, sondern man muss auch finanzielle Verluste in Kauf nehmen. Die Lebensversicherungsunternehmen bieten ihren Kunden verschiedene Möglichkeiten, um den Versicherungsschutz zu erhalten: Stundung der Beiträge, vorübergehende Beleihung oder Verpfändung des Lebensversicherungsvertrages zur Beitragsentrichtung, Verrechnung der Überschussanteile mit den Beiträgen, Ermäßigung der Beiträge durch Verlängerung der Versicherungsdauer oder Herabsetzung der Versicherungssumme oder völlige Beitragsfreistellung, wodurch der Versicherungsschutz in der Regel jedoch stark gemindert wird. Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Bundesagentur für Arbeit für von der Versicherungspflicht befreite Angestellte einen Teil der Beiträge zur Lebensversicherung.

Zeitwert

Wert einer Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt; im Gegensatz zum Neuwert (Neuanschaffungspreis) oder ursprünglichen Anschaffungspreis. Entspricht dem Neuwert abzüglich eines Betrages für Alter, Abnutzung und Gebrauch.

Zillmerung

Nach A. Zillmer benanntes versicherungsmathematische Verfahren zur Berücksichtigung bereits angefallener, aber noch nicht getilgter Abschlusskosten bei der Berechnung der Deckungsrückstellung. Die "Zillmerung" hat wirtschaftlich zur Folge, dass für einen Lebensversicherungsvertrag in der Anfangszeit kein Rückkaufswert und keine beitragsfreie Versicherungssumme vorhanden sind.

Zinsen

siehe Rechnungszins

ZÜRS

Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. IT-gestütztes Modell, mit dem Gebäudestandorte in Deutschland nach bestimmten Gefahren der Elementarschadenversicherung in Risiko- bzw. Tarifzonen eingestuft werden können. Zur detaillierten Ausweisung des Überschwemmungsrisikos wurden drei Gefährdungsklassen gebildet: GK I: Überschwemmung tritt in mehr als fünfzig Jahren ein; GK II: Überschwemmung tritt in mehr als zehn und höchstens fünfzig Jahren ein; GK III: Überschwemmung tritt in maximal zehn Jahren ein. Mit Hilfe von ZÜRS lassen sich über 90 % aller Gebäude den verschiedenen Gefährdungsklassen zuordnen.

Zusatzversicherung
  1. Zusätzlicher Privatversicherungsschutz zum Sozialversicherungsschutz, z.B. Krankenhaustagegeldversicherung;
  2. Erweiterung einer Hauptversicherung oder einer bestehenden Versicherung um einen Zusatzschutz, z.B. Berufsunfähigkeitsund Unfallzusatzversicherung in Ergänzung zu einer Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung. Siehe Berufsunfähigkeits-, und Pflegerentenzusatzversicherung
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